Airbus Aktienanalyse

Airbus Aktienanalyse

Überblick der Airbus Aktienanalyse:

  • Die Airbus Group steht sich aus drei Geschäftsbereichen zusammen: Airbus S.A.S. Airbus Defence and Space und Airbus Helicopters
  • Airbus S.A.S. bzw Airbus Comercial Aircraft ist der eigentliche Flugzeugbauer der Airbus Group, machte 2019 77% vom Umsatz aus.
  • Airbus Defence and Space hat sich auf die militärische Luftfahrt spezialisiert und machte 2019 15% vom Umsatz aus.
  • Airbus Helicopters ist weltmarktführer in der Produktion für Helicopter, machte 2019 8% vom Umsatz aus.
  • Nach meiner Szenarioanalyse ist die Aktie für mich aktuell kein Kauf, bei einem Kurs von 54€

Geschichte von Airbus Aktienanalyse

Airbus blickt auf eine 55 jährige Unternehmensgeschichte zurück und wurde 1965 gegründet. Das Projekt ,,Airbus“ von dem deutschen und französischen Staat war ein Versuch neben dem US-Konkurrenten Boeing ein großer Hersteller für Passagierflugzeuge zu werden. 

Entstehungsgeschichte der Airbus SE

Geschichte von Airbus; Entstehung von Airbus; Aktienanalyse Airbus
Geschichte und Entstehung von Airbus SE; Aktienanalyse

Angefangen hat die Geschichte von Airbus 1965 als die deutschen Firmen Messerschmitt, BölkowDornier-Werke, Hamburger Flugzeugbau und die Vereinigten Flugtechnischen Werke die Arbeitsgemeinschaft Airbus gründeten

Im selben Jahr fanden die ersten Gespräche zwischen der deutschen Airbus-Arbeitsgemeinschaft, der französischen Aerospatiale und der englischen Aerospace statt. Ende 1969 wurde der Vertrag zwischen den Franzosen und den Deutschen unterschrieben. Die Briten waren vorher ausgestiegen. Felix Kracht wurde der erste Geschäftsführer.

1971 trat die spanische CASA (Construcciones Aeronáuticas S.A.) Airbus bei. Auch British Aerospace folgte 1979 und trat Airbus auch bei. 

Im Jahr 2000 wurde die lose Arbeitsgemeinschaft der Teilnehmer aufgelöst und es wurde die EADS gegründet, mit Ausnahme von British Aerospace. Diese Gesellschaft gehörte zu 80 Prozent der EADS und zu 20 Prozent der BAE Systems, einem britischen Rüstungskonzern.

2001 hatte man es dann geschafft mehr Flugzeuge zu produzieren als Boeing und wurde Weltmarktführer. Es begann eine erfolgreiche Zeit mit zahlreichen Neuvorstellungen und Erstflügen (A318, EC 145, Eurocopter Tiger, Eurofighter Typhoon) 

In den Jahren ab 2002 kam es zu mehrfachen Umstrukturierungen und Umbenennung der Geschäftsfelder bis zur heutigen Unternehmensstruktur. 

Hintergrund der Namensentwicklung von Airbus 

Die Airbus-Gesellschaft hieß bis 2014 EADS (European Aeronautic Defence and Space). 2014 wurde dann der Name Airbus übernommen. Das Leitbild hinter dem Namen Airbus war der Bus. Es sollte die Vision zeigen den Flugverkehr soweit auszubauen wie das Bus fahren. 

 
 

Aktionärsstruktur im Rahmen der Airbus Aktienanalyse 

 
 
 
Wie der Geschichte von Airbus zu entnehmen ist, sind Spanien, Frankreich und Deutschland an Airbus beteiligt. Mit 26,3% haben die Regierungen zusammen eine Sperrminorität. Somit können die Regierungen Abschlüsse behindern, wenn eine qualifizierte Mehrheit notwendig ist.

Management von Airbus 

Seit April 2019 ist der Franzose Guillaume Faury der CEO von Airbus und ist damit der Nachfolger von Thomas Enders. 

Grundsätzlich besteht die Unternehmensführung aus einem Board of Directors, das aus 12 Mitgliedern besteht. 

Geschäftsmodell und Geschäftsbereiche im Rahmen der Airbus Aktienanalyse 

Grundsätzlich ist das Unternehmen Airbus-Group in drei Geschäftsbereiche unterteilt, auf die ich nun eingehen werde:
  • Airbus Commercial Aircraft
  • Airbus Defence and Space
  • Airbus Helicopters
  • (weitere Tochterunternehmen als Luftfahrtzulieferer) 

 

 

Airbus S.A.S. / Airbus Commercial Aircraft

Airbus S.A.S. ist der größte europäische Flugzeughersteller Europas und seit 2019 auch der größte der Welt. Zusammen mit Boeing bilden sie das Duopol für Großraumflugzeuge. Montagewerke befinden sich in Frankreich, Deutschland, Spanien, Großbritannien, China und den USA.

Die Airbus S.A.S. stellt nicht nur die zivilen Großraumflugzeuge her die wir alle kennen, sondern auch Militärflugzeuge. Außerdem ist das Segment der Commerical Aircraft mit 81000 Mitarbeitern der größte.

 

 

Der Umsatz der Großraumflieger geht zu einem Großteil auf die A320-Familie für Kurz- und Mittelstrecken zurück. Außerdem ist die A380 Familie der Großraumflieger mit 0% Anteil eingestellt worden.

Airbus Defence and Space

Airbus Defence and Space ist ein Geschäftsbereich der Airbus Group der sich auf militärische Luftfahrt, Raumfahrtsysteme und Verteidigung/Sicherheit spezialisiert hat. Im Jahr 2014 arbeiteten rund 34000 Menschen dort.

Dabei wird über 50% des Umsatzes in der militärischen Luftfahrt erzielt, 26% im Bereich der Raumfahrt und 23% in der Verteidigung/Sicherheit.

 

 

Airbus Helicopters

Das Segment Airbus Helicopters ist weltweit führend in zivilen und halbstaatlichen Markt für Hubschrauber. 2017 hatten sie einen Marktanteil von rund 50%. 2019 haben 20000 Menschen dort gearbeitet. Dabei wird 45% vom Umsatz mit zivilen und 55% vom Umsatz mit militärischen Maschinen gemacht. 

Wachstumszahlen von 2019 von Airbus Aktienanalyse

Wachstumszahlen von Airbus Aktienanalyse
Wachstumszahlen nach gelieferten Maschinen/nach Wert aus dem Jahr 2019

 

Die Wachstumszahlen nach den Segmenten differenziert sind doch sehr turbulent. Nur im Bereich der Passagierflugzeuge konnte Airbus ein starkes Wachstum von 7,9% erreichen. Das Wachstum im Segmente der Helicopter und Defence and Space konnte allerdings nur ein negative Entwicklung von über 6% erzielt werden.

Umsatzaufteilung nach Regionen im Jahr 2019

Der meiste Umsatz wird in Asien und Europa gemacht.  In Asien profitiert Airbus von dem stark wachsenden Markt für Passagierflugzeuge.

Der hohe Anteil in Europa kommt durch die staatliche Aufträge für militärische Ausrüstung besonders von Deutschland und Europa. 

 

 

Historische Skandale von Airbus

Airbus hat in früheren Jahren weltweit durch Bestechung und Korruption seinen Absatz angekurbelt. Auslöser der Ermittlungen war eine Selbstanzeige des Konzerns im Frühjahr 2016. Dabei wurde Airbus vorgeworfen nach systematischem Vorgehen Geldströme zu verschleiern. Nach vierjährigen Verhandlungen kam der Prozess Anfang 2020 zu einem Ende. Somit wurde Airbus 2019 zu einer Summe von 3,6 Milliarden Strafzahlungen an Frankreich, Großbritannien und USA verurteilt. 
Somit kam es zu einem Verlust von 1,4 Milliarden Euro in der Bilanz für 2019.
 
In den Jahren seit der Gründung/Zusammenschluss im Jahr 2000 kam es zu zahlreichen Korruptionsvorwürfen im Zusammenhang mit Großaufträgen: 2001, 2005, 2007…
Auch kam es mehrfach zu Bestechungs- und Insiderskandalen. 

SWOT-Analyse im Rahmen der Airbus Aktienanalyse

SWOT Analyse Airbus; Aktienanalyse Airbus
SWOT-Analyse im Rahmen der Aktienanalyse von Airbus

Die größte Stärke und wohl auch der häufigste Investment Case ist der Burggraben des Unternehmens. Die Luftfahrt-Branche bedarf einen extrem hohen Kapitalaufwand. Einerseits muss sich das technische KnowHow angeeignet werden aber auch die Kosten für die Herstellung der Flugzeuge muss aufgebracht werden. 

Die zweite Stärke die auf der Hand liegt, ist die Duopolstellung mit Boeing als einzigen Konkurrenten. Dem amerikanischen Flugzeugbauer Boeing in Konkurrent sein war überhaupt erst der Grund für die Gründung von Airbus. Dies hat Airbus auf geschafft und hat Boeing ja 2001 auch überholt und ist zum Weltmarktführer aufgestiegen. 

Die dritte Stärke die ich sehe ist der staatliche Kunde. Die Staaten z.b der NATO sind dazu verpflichtet 2% ihres BIPs in Verteidigung und Sicherheit zu investieren. Dies wiederum kommt Airbus aber auch Boeing zum Vorteil, da sie so langfristige Planungssicherheit des Auftragsbestandes haben. 

Schwächen fallen mir tatsächlich nicht allzu viele ein. Die Luftfahrtbranche blickt auf eine sehr geringe Marge. Im Bruttoergebnis in der Bilanz zeigt sich, dass das Bruttoergebnis sehr gering ausfällt. Auch der Steuersatz von Airbus ist sehr hoch. Da Airbus ihren Hauptsitz in Frankreich hat, müssen sie doch den hohen Steuersatz von 26% zahlen. 

Die größte Chance die ich sehe ist, dass die Airlines nach der Corona Krise ihre Flotten erneuern. Da die Nachfrage in der Branche zu über 90% in der Corona-Krise eingebrochen ist, werden die alten Maschinen ausgemustert. Wenn nun aber die Nachfrage wieder anzieht, werden die Airlines potentiell ihre Flotten mit neuen Maschinen aufrüsten!

Bei einem Investment in Airbus sehe ich aber auch viele Risiken! Das offensichtlichste Risiko ist eine zweite Infektionswelle der Corona-Pandemie. Dann wird ein staatliche Beteiligung wohl kaum noch zu verhindern sein.

Auch ist die Branche sehr umweltschädlich. Die Herstellung der Flugzeuge, die Wartung aber auch das Betreiben der Maschinen sorgt  für massiven CO2 Ausstoß. Durch politische Umweltauflagen könnte somit eine Kostensteigerung entstehen, sodass die Margen noch schwächer werden. 

Das letzte große Risiko das ich langfristig sehe ist, dass auch China dabei ist einen eigenen Flugzeugbauer zu schaffen. Dies könnte für erhebliche Umsatzeinbrüche sorgen, da ein beachtlicher Teil des Umsatzes in Asien gemacht wird. 

Bewertung im Rahmen der Airbus Aktienanalyse

Umsatzentwicklung von Airbus

 

 

 

 

 

Die Umsatzentwicklung sieht doch sehr positiv aus. So konnte der Umsatz die letzt 9 von 10 Jahren gesteigert werden. Dabei betrug das durchschnittliche Umsatzwachstum auf die letzten 10 Jahre gerechnet 4,4% p.a. Dabei ist das Wachstum auch schon vor der Corona-Krise leicht abgeflacht, da das Wachstum auf 5 Jahre gerechnet nur 1,8% beträgt.

Gewinnentwicklung im Rahmen der Airbus Aktienanalyse

 

 

 

Mit dem steigenden Umsatz konnte auch der Gewinn mit gesteigert werden. Warum hat Airbus im letzten Jahr einen so hohen Verlust zu verzeichnen?

Der Gewinn im Jahr 2019 beinhaltet 3,6 Mrd Euro Geldstrafe durch den Bestechungsskandal aus dem Jahr 2016. Der bereinigte Gewinn aus dem Jahr 2019 beträgt somit ca. 2300 Mio Euro.

Auf den bereinigten Gewinn beträgt das Gewinnwachstum der letzten 10 Jahre solide 15,3% pro Jahr. 

Als zweites habe ich mir die Entwicklung der operativen Marge angeschaut. Insgesamt ist das Geschäft der Luft und Raumfahrt sehr Kapitalintensiv und extrem Margen schwach. Das sieht man besonders an dem Bruttoergebnis und den notwendigen Herstellungskosten in der Bilanz. So liegt die Operative Marge in gute Jahren bei ca 7% aber in schlechten Jahren auch nur bei 3%. 

Dividendenentwicklung Airbus Aktienanalyse

 

 

Airbus schien nach der Finanzkrise ein solider Dividendenzahler zu werden. Die Corona-Krise hat dann allerdings doch wieder gezeigt, dass Airbus doch ein zyklischer Dividendenzahler ist! 

So wurde nach/während der Finanzkrise 2010 die Dividende gestrichen und so auch Anfang 2020. 

Nach der Ausschüttungsquote wäre auf den Gewinn vor der Corona-Krise noch Luft nach oben gewesen. Mit 40% liegt das Payout noch im unteren Bereich.

Piotroski F-Score von Airbus

Piotroski F-Score von Airbus Aktienanalyse
F-Score von Airbus Aktienanalyse

 

Um noch die Finanzlage einschätzen zu können schaue ich mir immer den Priotroski F-Score an. Aktuell hat Airbus einen Score von 5/9 Punkten. Der historische Median liegt bei 6/9 Punkten.

Cash-Entwicklung im Jahr 2019 vor der Corona-Krise:

Cash Entwicklung aus dem Jahr 2019 Quelle: file:///C:/Users/Miche/Downloads/Airbus_FY2019_presentation%20(1).pdf

 

Anfangen möchte ich mit der Cash Entwicklung vor der Corona-Krise. Das Jahr 2019 hat Airbus mit einem Cash Bestand von 13,3 Milliarden Euro begonnen. In der Grafik aus dem Investor Relations ist die Entwicklung des Cash Bestandes sehr gut zu sehen. 

Obwohl die Geldstrafe von 3,6 Mrd erst im ersten Quartal von 2020 wirksam wird, ist der Cash Bestand im Jahr 2019 um 0,8 Mrd zurück gegangen. 

Cash Entwicklung während der Corona Krise Q1 2020:

Cash Entwicklung während der Corona Krise 2020 Quelle: file:///C:/Users/Miche/Downloads/Q12020-Airbus-Presentation%20(4).pdf

 

Obwohl die Corona Krise im ersten Quartal 2020 nur geringen Einfluss hatte, ist der Cash Bestand schon massiv eingebrochen. Dies liegt unter anderem an der wirksam gewordenen Geldstrafe. 

Dennoch sind die übrigen -4,2 Mrd Euro ,,Change in Working Capital excluding Penalties“ eine Folge des Corona Crashs. Somit betrug der Cash Bestand Ende März nur noch 3,6 Mrd Euro.

Meinung der Auswirkung von Corona auf den Cash-Bestand:

Obwohl Airbus erst Mitte April die meisten Werke in Deutschland und Frankreich schließen musste und somit keine Auswirkung auf das erste Quartal haben, ist der Cash Bestand gut eingebrochen. 

Dem entgegen steht die Schließung der Werke in China  im Februar durch die es in den nächsten Wochen und Monaten zu zahlreichen Verzögerungen in der Lieferkette kommen wird. Daher bin ich der Meinung, dass die fundamentalen Zahlen im zweiten Quartal noch viel schlechter ausfallen werden als im ersten! 

Szenarioanalyse 2020 im Rahmen der Airbus Aktienanalyse

Szenarioanalyse Airbus Aktienanalyse Airbus
Eine Szenarioanalyse die bei einer Entscheidungsfindung helfen kann

Um die Entscheidungsfindung zu erleichtern und um ein Kursziel zu ermittel, habe ich eine Szenarioanalyse durchgeführt. Jeder Investor sollte vor einem Investment die Analyse mit seinen eigenen Annahmen durchführen. 

Meine Annahmen:

Beim Umsatzwachstum habe ich mich grundsätzlich an der Management Aussage: ,,Wir rechnen damit, dass wir 3-5 Jahre brauchen um auf den alten Stand zu kommen“ orientiert. Somit bin ich für meinen Neutral Case, also den wahrscheinlichen Fall, davon ausgegangen, dass sie sich nach 5 Jahren wieder erhohlt haben. 

Bei der operativen Marge ist meiner Meinung nach nicht viel Spielraum nach oben und unten vorhanden. Wie ich in den Bewertung oben herausgefunden habe, liegt die Marge immer zwischen 3-7%.

Der Steuersatz von Airbus liegt bei 26% bei einer Aktienanzahl von 785 Millionen Aktien. Beim KGV habe ich als erstes den durchschnitt der letzten 10 Jahre berechnet der bei 24 liegt. Da ich lieber etwas konservativer rechne habe ich das 24er KGV als Best Case wert genommen. 

 

Fazit der Airbus Aktienanalyse

Zum Schluss der Aktienanalyse möchte ich noch zu einem Fazit der Aktienanalyse von Airbus kommen. Das scheinbare Geschäftsmodell von Airbus ist doch recht einfach zu verstehen, es werden Maschinen hergestellt und verkauft. Doch besteht das Unternehmen noch aus zahlreichen weiteren Tochtergesellschaften bei denen wohl nur die wenigsten einen Überblick haben.
 
Beim Chancen-Risiko-Verhältnis sehe ich die Risiken klar überwiegend. Die starke Umweltbelastung und die Corona-Pandemie und die langfristigen Auswirkungen belasten das Unternehmen stark. 
Nach meiner Szenrioanalyse würde man dieses Risiko leider nicht durch höhere Renditen ausgleichen können! 
 
Daher ist die Aktie für mich aktuell kein Kauf! Lange lief die Aktie als Sparplan in meinem Aktiendepot aber auch dort habe ich den Sparplan gestrichen! Durch die Analyse habe ich gemerkt wie komplex dieses Unternehmen doch ist. Da bin ich zu dem Entschluss gekommen, das mein Geld an anderen Stellen besser aufgehoben ist.
 
Falls ihr selber noch einmal nachlesen wollt:
 

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