Aktienanalyse Johnson&Johnson

Aktienanalyse zu Johnson&Johnson

Überblick der Aktienanalyse zu Johnson&Johnson

  • Johnson&Johnson ist der weltweit größte Gesundheitskonzern mit über 260 eigenständigen Unternehmen. Dabei sind die drei wichtigsten Spartes des Konzerns das Pharmageschäft, die Medizintechnik und das Konsumgeschäft.
  • Das umsatzstärkste Segment ist das Pharmageschäft. Dort sind sie einer der größten Hersteller für verschreibungspflichtige Medikament.
  • In der Medizintechnik ist J&J grundsätzlich sehr breit aufgestellt. Dennoch verkaufen sie hauptsächlich künstliche Gelenke, chirurgische Instrumente und Blutzuckermessgeräte
  • Die kleinste der Sparten ist das Konsumgeschäft. Es werden Produkte in den Bereichen Säuglingspflege, Haut- und Haarpflege und Mundpflege angeboten. Dabei sind die bekanntesten Marken Penaten, bebe und Listerine
  • Johnson&Johnson zählt mit 58 Jahren zu den ganz klaren Dividendenaristokraten bei einem immer noch soliden Wachstum von 6,6%
  • Am Ende der Aktienanalyse gibt es noch eine aktuelle Einschätzung zur aktuellen Bewertung zur Aktie.
    Qualitätsscore von Johnson&Johnson
    Aktien Qualitätscheck von J&J
     
     
Aktienanalyse Johnson&Johnson

1. Unternehmensgeschichte zur Aktienanalyse von Johnson&Johnson

Johnson&Johnson blickt auf eine 140 jährige Unternehmensgeschichte zurück. Das Unternehmen wurde 1886 von den Brüdern Robert, James und Edward Johnson gegründet. Die Anfänge ihres Geschäfts basierten auf gebrauchsfertigen chirurgischen Verbänden. Robert Johnson war der erste Präsident des Unternehmens, bis ihn sein Brüder nach seinem Tod ablösten.

1944 kam es zum Börsengang und J&J wurde zu einer Aktiengesellschaft. In den darauffolgenden Jahrzehnten wurden viele Akquisitionen getätigt, sodass J&J in heutige Zeit aus über 260 Unternehmen besteht. Die wichtigsten Übernahmen möchte ich nun einmal erläutern.

1959 erwarb J&J McNeil Laboratories. Das Unternehmen konzentrierte sich hauptsächlich auf die Vermarktung von verschreibungspflichtigen Medikamenten und die Entwicklung von Paracetamol. Weiter ging es mit der Übernahme von der Forschungsabteilung von Janssen Pharmazeuticals im Oktober 1961. Die Forschungsabteilung wird heute in der Sparte ,,Pharmaceutical Research and Development“ strukturiert. Die Sparte wurde weiterhin ergänzt von: DePuy(1988), Micrus Endovascular(2010), Synthes(2012) und Alios BioPharma(2014). Damit hat J&J angefangen sich in den Bereichen: Behandlung von Schlaganfällen, Behandlung von Infektionskrankheiten und Implantate nach Knochenbrüchen, aufzustellen. Mit der Übernahme 1999 von Janssen Biotech Inc. fing J&J an im Bereich ,,Ortho Clinical Diagnostics“ aktiv zu werden. Es folgten wieder Übernahmen um auch in die Forschung gegen Krebs und Autoimmunkrankheiten dabei zu sein.

Eine der aktuellsten Übernahmen von J&J ist die von Abbott Medical Optics (AMO), die in der Augen-Medizintechnik tätig sind. Damit wird versucht sich auch in der am stärksten wachsenden Branche der Medizintechnik als Marktführer aufzustellen. 

Management:

Der Medizintechnik-Riese war von 1887-1963 in familiärer Hand bis die Leitung an Philip B. Hofmann abgegeben wurde. Auffällig ist, dass Hofmann und alle nachfolgenden CEOs fast ihr komplettes Berufsleben bei J&J tätig waren! So hat auch der aktuelle CEO Alex Gorsky sich als Vertriebsmitarbeiter sich im Konzern hochgearbeitet. Nun ist er seit 2012 Amtsträger bei J&J.

,,We want to be the broadest best healtcare company in the world!“ 

(Minute 4,50)

In diesem Video sieht man sehr schön wie Alex Gorsky die klare Vision des Unternehmens vorstellt. Sie wollen weiterhin das größte Gesundheitsunternehmen der Welt sein, den Menschen helfen und Lösungen für ihre Probleme finden!

2. Geschäftsmodell im Rahmen der Aktienanalyse von Johnson&Johnson

Die Tätigkeiten der über 260 großen Unternehmensfamilie lässt sich in drei große Segmente aufteilen: Consumer Healthcare, Medizinprodukte, Pharmazeutika.

 

Umsatzaufteilung

Bei der nachfolgenden Umsatzaufteilung fällt auf, dass keiner der Segmente deutlich heraus sticht. Ein Kritikpunkt wäre allerdings, dass der Umsatz in der Pharmazeutika Branche stark von den Medikamente Remicade und Simponi (gegen Autoimmunkrankheiten) abhängt. 2013 haben allein diese beiden Medikamente 29% des Umsatzes in der Branche ausgemacht.

 

Unternehmensstrategie von Johnson&Johnson

Alle Aktivitäten bei J&J passieren nach eigenen Angaben mit der festen Überzeugung, dass die Gesundheit und das Wohlbefinden die oberste Priorität hat. Im Consumer Bereich setzt das Unternehmen auf ihre bekannten Marken wie Regaine, bebe, o.b, Listerine… Dabei wird durch gezielte Werbekampagnen versucht ihren Marktanteil auszubauen.

Im Bereich der Medizintechnik ist J&J fast überall tätig. Angefangen hat ihr Geschäft mit der Herstellung von Produkten für die Allgemeinmediziner, Gynäkologen und Chirurgen. Außerdem ist J&J durch die Tochterfirma ,,De Puy“ Weltmarktführer in der Orthopädietechnik, speziell in der Produktion von Gelenkprothesen. Wie man in der Unternehmensgeschichte gesehen hat, tätigt J&J häufig größere Übernahmen um auch im Segment Medizintechnik stetig wachsen zu können.

Wie in der Medizintechnik setzt Johnson&Johnson im Pharmageschäft auch auf regelmäßige Übernahmen. Inzwischen ist J&J nahezu in allen Bereichen operativ tätig. Dennoch machen sie ihren Hauptumsatz mit Medikamenten gegen Autoimmunerkrankungen wie Rheuma und Morbus Crohn, Medikamenten gegen ADHS, Behandlung von Infektionskrankheiten und und und. Außerdem ist es in der Branche extrem wichtig in der Forschung und Entwicklung aktiv zu sein. So hat J&J erst im März 2019 ein Medikament gegen schwere Depressionen auf den Markt gebracht, das von Janssen Pharmaceuticals unter dem Namen Sparvato vermarktet wird.

SWOT-Analyse:

SWOT Analyse zur J&J Aktie
SWOT Analyse zur J&J Aktie

Fazit: Der wohl größte Wachstumstreiber des Unternehmens sind ihre zahlreichen Übernahmen in den Bereichen der Medizintechnik und in dem Pharmageschäft. Im Consumer Segment setzt J&J auf ihr sehr solides Image mit den weltweit bekannten Marken und versucht durch Werbekampagnen ihre Stellung am Markt zu stärken.

3. Bewertung der Johnson&Johnson Aktie:

Umsatzentwicklung: Das Umsatzwachstum der letzten Jahre betrug 3,15% pro Jahr.

Gewinnentwicklung:

Die jährliche Gewinnsteigerung der letzten 10 Jahre betrug 1,79%. Der exreme Einbruch der Gewinnmarge im Jahr 2017 ist durch die Übernahme von Actelion für 30Mrd. USD und Abbott Medical Optics für 4,3 Mrd USD zu erklären.

Dividendenentwicklung:

Das Unternehmen hat ihre Dividenden seit 58 Jahren stetig gesteigert mit einem durchschnittlichen Dividendenwachstum von 6,65% in den letzten 10 Jahren. Außerdem eine solide Ausschüttungsquote zwischen 40-70% in den letzten 10 Jahren.

Piotroski F-Score:

Piotroski F-Score von J&J
Quelle:(12.04.2020) https://www.gurufocus.com/term/fscore/NYSE:JNJ/Piotroski%2BF-Score/Johnson%20&%20Johnson

Fairer Wert über historische Dividenden

Im Rahmen der Aktienanalyse von Johnson&Johnson bietet sich die Bewertung nach der Dividende an. Bei einem aktuellen Kurs von 129€ wäre nach der historischen durchschnittlichen Dividendenrendite die Aktie um 14% überbewertet und hätte einen fairen Wert von 110€. Ich setzte für mich persönlich eine Margin of Safety von 30%, wobei ich bei J&J aufgrund des Geschäftsmodells und der Diversifikation nur mit 20% gerechnet habe. 

fairer Wert von J&J nach historischer DIV
Berechnung des fairen Wertes von J&J nach der historischen DIV

 

Discounted Cash-Flow Analyse 

Die folgende Discounted Cash-Flow Analyse ist bei einem Aktienkurs von 129€ (Stand 09.04.2020). Nachfolgend bin ich von einem Abzinsungsfaktor von 9% pro Jahr ausgegangen (mind. 8% man will ja den Markt schlagen) und von einem jährlichen Umsatzwachstum von 7%.

Meine Quelle für die Bilanz Daten ist: Boerse-ard

DCF Analyse zur Aktie
Discounted Cash Flow Analyse von J&J

Tabellendokument: Innerer-wert-Rechner Johnson

Fazit zum fairen Wert:

Aktuell wäre die Aktie nach der DCF bei einem fairen Wert pro Aktie von 106,06€. Bei dem aktuellen Kurs von 129€ wäre ist die Aktie um 18% überbewertet und hätte somit ein Kurspotential von -18%. Auch nach der historischen Dividendenrendite ist die Aktie überbewertet und hätte ihren fairen Wert bei 110€.

4. Fazit der Aktienanalyse zu Johnson&Johnson

Das Unternehmen hat eine lange und erfolgreiche Historie aufzuweisen. Durch zahlreiche Übernahmen von Unternehmen im Pharma- und Medizintechnik-Bereich haben sie sich einen immer größeren Burggraben durch sich anhäufendes Know-How geschaffen. Dabei können sie langfristig von dem demographischen Wandel profitieren und durch gute Mangement-Arbeit und gezielte Übernahmen weiterhin wachsen.

Dabei ist Johnson&Johnson einer der am bestens aufgestellte Dividendenaristokrat der seit 58 Jahren seine Dividende erhöht. Dabei ist die Dividende bei einem sicheren Pay-out von unter 70% auch die nächsten Jahre gesichert.

Bei einem aktuellen Kurs  von 129€ ist die Aktie nach dem DCF-Verfahren meiner Meinung nach dennoch überbewertet und kein Kauf. Aber durch die Dividendenpolitik, das antizyklische Geschäftsmodell und das sehr gute Mangement ist die Aktie aber ein klarer Fall für den Sparplan! Daher habe ich das Unternehmen auch seit Jahren mit super Dividendenerträgen im Aktiendepot.

Liebe Grüße

Michel


Update der Quartalszahlen am 14.04.2020:

Johnson & Johnson rechnet wegen der aktuell anhaltenden Corona-Krise mit einem Umsatz- und Gewinnrückgang für das laufende Jahr 2020. Die Umsatzprognose wird auf 71 bis 74 Mrd. Euro gesenkt und der Gewinn je Aktie auf 7,50 bi 7,90 Dollar. Die Dividende wird wie erwartend dennoch erhöht, von 3,80 auf 4,04 Dollar. Das entspricht einem Wachstum von soliden 6,3%.


Quellen und Links zur Johnson&Johnson Aktienanalyse:

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Hallo Finanzdachs,
    danke für deinen tollen Überblick und die gute Auswahl! 😉
    Ich habe Johnson & Johnson auch im Depot, vor allem weil es so eine tolle Dividendenrendite gibt.
    Viele Grüße,
    Nils von brokerverglei.ch

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