Kontrolle der P2P-Plattformen/Crowdlending

Was ist Crowdlending/ P2P-Kredite und wer prüft die eigentlich?

Bei dem Crowdlending (Massenkredit) steht die Vermittlung eines Darlehens zwischen zwei Privatpersonen (engl. peer to peer), ohne ein Finanzinstitut, im Mittelpunkt. Dabei wird das Darlehen häufig über eine Internetplattform (Mintos etc.) zwischen dem Kunden, dem Darlehensnehmer, und einem Kreditinstitut, dem Darlehensgeber, vermittelt. Die Kreditinstitute bietet dann einzelnen Anlegern, direkt oder indirekt, über Teilforderungen in unterschiedliche Kredite zu investieren. 

Wie sieht es mit der Kontrolle der P2P Plattformen aus?

Der Wirecard-Skandal hat mich auf diese Frage gebracht, wer eigentlich für die P2P Plattformen zuständig ist. Leider gibt es dort keine pauschale Antwort auf die Frage und die Aufsichtsfrage hängt von dem jeweiligen Geschäftsmodell ab!

Es gibt drei wesentliche Erlaubnispflichten nach den sich die jeweiligen Geschäftsmodelle richten müssen: Kreditwesengesetz (KWG), Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) oder das Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG)

Bevor wir uns die Geschäftsmodelle genauer angucken, ist es noch wichtig zu wissen, dass für die reine Vermittlung von Krediten keine Erlaubnis nach dem Kreditwesengesetz (KWG) notwendig ist und somit auch keine Prüfung der BaFin stattfindet.  Dann ist die Gewerbeaufsichtsbehörde zuständig. 

Geschäftsmodelle mit/ohne Intermediär:

Crowdlending 1

P2P-Kredite Geschäftsmodell Kontrolle P2P Plattformen

https://www.bafin.de/DE/Aufsicht/FinTech/Crowdfunding/Crowdlending/crowdlending_node.html

  1. Auf einer Plattform bieten Kreditsuchende ihre Ideen zur Investition an. Anleger können sich aussuchen, in welche Projekte sie investieren wollen.
  2. Finden sich genügend Anleger, vermittelt die Plattform den Abschluss eines Kreditvertrages zwischen einem Kreditinstitut und dem Kreditnehmer.
  3. Das Kreditinstitut wiederum veräußert den Rückzahlungsanspruch aus dem Kreditvertrag in Teilforderungen an einzelne Anleger durch Forderungskaufverträge weiter und tritt die Forderungen ab.

Crwodlending 2

Geschäftsmodell P2P Kredite Kontrolle P2P Plattformen

https://www.bafin.de/DE/Aufsicht/FinTech/Crowdfunding/Crowdlending/crowdlending_node.html

  1. Auch hier bieten Kreditsuchende ihre Ideen an, die Anleger können sich ein Projekt aussuchen und es wird zwischen Anleger und Kreditsuchendem vermittelt. 
  2.  Wenn sich wieder genug Anleger gefunden haben, vermittelt die Plattform zwischen Kreditinstitut und dem Schuldner
  3. Der Unterschied zum erstes Geschäftsmodell ist, dass das Kreditinstitut den Rückzahlungsanspruch vollständig an einen Intermediär abtritt, der der Plattform gehört. Somit ist der Intermediär ein zwischengeschalteter Vermittler zwischen Institut und Anleger!

Welches Geschäftsmodell steckt hinter Mintos und welche Gesetze haben sie zu erfüllen?

Da ich selber über die P2P Plattform Mintos investiert bin, möchte ich nun die Haftung/ Aufsichtspflicht bei Mintos mir anschauen. 

Die Plattform Mintos funktioniert nach dem ersten Geschäftsmodell und schaltet KEINEN Intermediär ein. Somit liegt das gesamte Risiko bei Kreditausfällen und die Haftung der Rückaufgarantien bei den Kreditinstituten. Mintos selber betriebt gar kein Kreditgeschäft im Sinne des Kreditwesengesetz (KWG), da sie selber nur die Kredite vermitteln und die eigentliche Kreditvergabe lizensierte Kreditinstitute übernehmen. Die Aufgabe von Mintos ist es nur, die Kreditinstitute auf Finanzierung zu prüfen. 

Das zweite Gesetzt ist das Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG). Da man bei Mintos auch in Unternehmenskredite investieren kann, benötigt Mintos auch eine Erlaubnis nach dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz. 

Außerdem muss Mintos alle ihre Kreditinstitute prüfen ob sie die Erlaubnispflicht erfüllen. Sobald ein Unternehmen ein erlaubnispflichtiges Geschäft nach dem Kreditwesengesetz betreibt, können alle anderen Unternehmen auch von der BaFin eingestellt werden.

Fazit der  Kontrolle P2P Plattformen und Bedeutung für den Anleger:

Mintos und viele andere P2P Plattformen habe sich ganz besonders an die Gesetze der Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) Kreditwesengesetz (KWG) zu halten. Somit liegt die Aufsichtspflicht sowohl bei der BaFin als auch bei der zuständigen Gewerbeaufsichtsbehörde.

Entscheidend finde ich allerdings nicht die Aufsichtsfrage der Plattform selber, sondern die Aufsichtsfrage der Kreditinstitute selber. Die Institute sind Kreditausgebende Finanzinstitute und unterliegen somit ganz klar der BaFin. Ob das nun gut oder schlecht ist, das weiß wohl keiner (#WIRECARDSKANDAL)

Falls ihr Lust habt selber noch mehr zu recherchieren, ist hier meine Quelle:

https://www.bafin.de/DE/Aufsicht/FinTech/Crowdfunding/Crowdlending/crowdlending_node.html

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

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